
q: Wem gehört das Café?
a: Das Rote Café existiert seit dem UniMut Streik 1988/89, in diesen schmucken Räumlichkeiten seit 1998. Es ist ein erkämpfter und besetzter, mittlerweile von der Uni mehr oder minder geduldeter Ort und steht allen offen, die ihn für emanzipatorische Politik nutzen möchten, ihren Uni-Frust am Café-Kicker abreagieren wollen oder einfach nur in entspannt-flauschiger Atmosphäre ihren Kaffee trinken wollen. Das Café ist definitiv kein “dienstleistender Dienstleistungsbetrieb“ für irgendwelche Konsument_innen, sondern ein selbstorganisierter Freiraum als kritischer Gegenpol zur Lernfabrik Universität.
q: Wie ist das Café organisiert?
a: Es gibt ein Café-Plenum, das sich einmal wöchentlich trifft, um den obligatorischen Orga-Krams zu erledigen. Wenn dann noch Zeit bleibt, organisieren wir hin und wieder mal nen Filmabend oder eine Infoveranstaltung. Nicht zu vergessen schmeißen wir mindestens einmal pro Semester die weltbeste Party in ganz Dahlem
um Unkosten zu decken, Soli-Kohle aufzutreiben und weil es uns Spaß macht.
Wir sind jederzeit offen für Interessierte, der Plenumstermin steht an der Tafel. Entscheidungen fällen wir grundsätzlich am Kickertisch nach dem Konsensprinzip.
q: Warum versteht sich das Rote Café vor allem als politisches Projekt?
a: Die Uni (und beileibe nich nur die) wird zunehmend von autoritärem Effizienzdenken bestimmt, das in Studierenden in erster Linie Kund_innen sieht, die schnellstmöglich durch die Uni geschleust werden sollen. Zwischendurch können sie dabei für nicht wenig Knete in der Mensa „Schlemmermenüs“ oder teuren Kaffee kaufen, um flux wieder ins nächste Seminar oder die Bib zu eilen. Wir halten es da lieber mit der Maxime „Adornos Dialektik verträgt nicht diese Hektik“ und wollen mit dem Roten Café einen Ort schaffen, der es ermöglichen soll, sich dem Verwertungsbetrieb auch mal zu entziehen, ketzerischen Gedanken nachzuhängen, einen kritischen Wissenschaftsbegriff zu entwickeln, engagierte Menschen zu treffen und die nächste Aktion auszubrüten. Es soll ein Freiraum sein für gesellschaftskritische Perspektiven und Diskussionen, frei von Zwängen, Leistungsdruck, Hierarchien und den altbekannten doofen -ismen.
q: Wie erreiche ich euch?
a: Einfach mal laut in die Runde fragen oder Mail an plenum[at]rotescafe.de bzw. unter Kontakt.
q: Wann ist das Café geöffnet?
a: In der Regel versuchen wir, das Café täglich um 10 Uhr zu öffnen. Manchmal früher… manchmal später… Zugemacht wird um circa 18 Uhr. Wenn ihr länger bleiben wollt oder die letzten im Café seid, macht bitte das Licht aus, stellt die Milch in den Kühlschrank, schaut nach, ob alle Fenster zu sind und zieht die Tür hinter euch zu.
In den Semesterferien ist normalerweise geschlossen.
q: Wo kann ich bezahlen?
a: Auf der Theke steht der Kapitaltopf, der Spenden immer wieder gern entgegen nimmt. Tresenschichten und auf-die-Finger-schauen passen nicht zu unserem Selbstverständnis. Bitte seid beim Bezahlen ehrlich mit euch selbst und uns allen.

q: Wie finanziert sich das Café?
a: Das Café ist unabhängig und selbstverwaltet. Es ist kein Ableger des Asta oder der FSI, auch wenn wir zu beiden ein freundschaftliches Verhältnis pflegen. Die Einnahmen stammen aus dem laufenden Betrieb, also Spenden und Parties. Sollten wider Erwarten am Ende des Semesters Überschüsse angefallen sein, so gehen diese an unseres Erachtens unterstützenswerte linke Projekte. Über die konkrete Weiterleitung berät dann das Plenum. Die Caféeinrichtung selbst stammt fast ausschließlich aus Spenden. Tassen, Sofas, Besteck, Lautsprecher, Kickerbälle usw. sind immer gerne willkommen.
q: Warum ist das hier so unaufgeräumt?
a: Tja, …auch hier ist Eigeninitiative gefragt, zumindest beim Abspülen, eigenes Geschirr wegräumen und Ascher leeren, siehe oben: Wir sind kein Dienstleistungsbetrieb! Natürlich darf auch gerne gesaugt, der Müll rausgetragen (Mülltonnen sind im Hof) oder der Kickertisch poliert werden. Im Ernst, je mehr ihr alle mithelft, desto gemütlicher ist das Café und desto geringer der Frust im Plenum über Geschirrberge und Kippenhaufen…
q: Kann ich die Zeitungen und Zeitschriften mit nach Hause nehmen?
a: Zeitschriften von der Zeitschriftenwand sind als Lese-Exemplare gekennzeichnet und sollten auch immer wieder in diesen zurückgebracht werden und das Café nicht verlassen. Mehrfachexemplare und Sachen vom Infotisch im Flur können gerne mit nach Hause genommen werden. Die jeweils aktuelle Interim kann für 3€ käuflich erworben werden.
q: Gibt es hier einen Internetzugang?
a: Es gibt im Café ein w-lan-Netz, der beste Empfang ist in Fensternähe.
q: Wo sind die Toiletten?
a: Einmal über den Hof, im Keller der Ihne22.
q: Warum gibt es einen Frauenraum und was hat er zu bedeuten?
a: Der Frauenraum ist eigentlich ein eigenständiges Projekt innerhalb des Roten Cafés. Derzeit gibt es zwar kein regelmäßiges Frauenplenum, aber einige Frauen, die den Raum aktiv gestalten. Solange auch die Uni nicht frei ist von patriarchalen Strukturen und Mackertum, besteht die Notwendigkeit für solch einen Raum. Der Frauenraum bleibt grundsätzlich männerfrei – auch und gerade auf Parties.
q: Woher kommen Kaffee, Tee etc?
a: Siehe Einkaufspolitik des Roten Cafés
q: Kann ich Kaffee auch mit in meine WG nehmen?
a: Leider nein, wir haben unseren Kaffee-Verkauf derzeit eingestellt, weil wir zu oft nachbestellen mussten. Näheres zu Kaffee, etc. findest du unter Einkaufspolitik des Roten Cafés.
q: Was kostet der Joghurt, das Müsli,…?
a: Alle Preise stehen an der Tafel über der Theke. Wer gerade kein Geld hat, kann auch beim nächsten Besuch zahlen. Die Preise sind so kalkuliert, dass der laufende Cafébetrieb einigermaßen gedeckt ist. Wie gesagt, seid beim Bezahlen ehrlich mit euch selbst und uns allen.
q: Warum gibt es heute kein Brot/keine Brötchen?
a: Vermutlich hat niemand welche mitgebracht. Der Cafébetrieb lebt vom Mitmachen; wer Brötchen oder anderes vermisst, kann sie einfach mitbringen und sich das ausgelegte Geld dafür aus dem Kapitaltopf nehmen.
q: Was heißt VoKü ?
a: VoKü bedeutet Volxküche: Als Alternative zum öden Mensafraß kocht einmal in der Woche eine kleine VoKü-Gruppe leckere vegane Gerichte, die dann ab ca. 12 Uhr für 2 € erhältlich sind. Hier werden immer dringend Leute gesucht, die mitmachen: vokue[at]rotescafe.de. Achtet auf aktuelle Terminankündigungen.
q: Kann ich im Café auch sonst veganes Essen bekommen?
a: Ja, neben der VoKü gibt es meist auch vegane Brotaufstriche, selbstverständlich Sojamilch und demnächst evtl. auch wieder vegane Joghurts. Selbst gemachte Aufstriche gibt es nie zu viel…
q: Was ist unten im Keller?
a: Dort befindet sich seit kurzem wieder ein Kickertisch, nachdem uns der legendäre Rote Café Kicker beim letzten Uni-Streik abhanden gekommen ist. Tobt euch aus, aber lasst den Kicker ganz!
q: Darf ich ein Plakat aufhängen / Flyer auslegen?
a: Gerne, vorausgesetzt es handelt sich um nichtkommerzielle Veranstaltungen. Auch Parteienwerbung ist unerwünscht. Dass antisemitisches/ homophobes/ sexistisches/ rassistisches Zeux hier und anderswo nichts zu suchen hat, dürfte sich wohl von selbst verstehen. Insgesamt soll hier einfach Platz sein für Veranstaltungs-ankündigungen, die im weitesten Sinne emanzipatorisch und gesellschaftskritisch sind.
Im Flur gibt es eine „Aktuelles“-Wand für Plakate, ebenso einen Infotisch für Flyer und Broschüren und eine Mitwohn.-/sonstiges-Ecke. Auch die Plakatwand draußen links vom Eingang kann genutzt werden (Plakate bitte kleben. Wer beim Tackern erwischt wird, wird selbst an die Wand getackert!). Wichtige Infos können auch an die Tafel geschrieben werden. Und bitte bringt uns keine Wagenladungen an Flyern, ein Stapel genügt.
q: Wie sieht es im Café mit Tabak, Alk etc. aus?
a: Der Hauptraum ist rauchfrei – außer auf Parties. In allen anderen Räumen darf prinzipiell geraucht werden, solange sich niemensch davon gestört fühlt.
Derzeit gibt es im Café keine alkoholischen Getränke, Ausnahmen sind Parties; ein Glas Sekt zur bestandenen Diplomprüfung o.ä. ist selbstredend kein Problem.
q: Was läuft da für eine CD, kann ich mir die mal ausleihen?
a: Prinzipiell können alle Menschen im Café über die Anlage verfügen, d.h. es läuft, was eben gerade aufgelegt wird. Falls weitergehendes Interesse besteht, einfach mal in den Raum fragen, um wessen CD es sich handelt. Bitte keine CDs einfach mit nach Hause nehmen, Menschen haben sich mit ihnen viel Mühe gegeben.
q: Ist es möglich, einen oder mehrere Räume für Veranstaltungen oder Plena zu bekommen?
a: Grundsätzlich gerne. Inhaltlich gilt das Gleiche wie bei Plakaten und Flyern. Bitte nehmt vor größeren Veranstaltungen frühzeitig mit uns Kontakt auf, um Termin- oder Raumprobleme zu verhindern und sorgt dafür, dass nach euch der normale Cafébetrieb wieder möglich ist.
Arbeitsraum: Für kleinere Gruppen oder regelmäßige Plena haben wir auch einen Arbeitsraum mit zwei Büroarbeitsplätzen, Transpistoffen, Farben und Werkzeug, der gerade neu eingerichtet wird. Wenn ihr ihn nutzen wollt, schreibt uns einfach, wann und wofür, wir geben euch dann die Schlüssel. Solltet ihr zufällig alte halbwegs funktionstüchtige Computer übrig haben, wir können sie gut gebrauchen.
Bandproberaum: Es gibt auch einen kleinen Bandproberaum im Keller. Falls ihr dort proben wollt, bitten wir euch, persönlich auf ein Plenum zu kommen.