Archiv der Kategorie 'Antifaschismus'

Solidaritätsdemo nach Brandanschlägen auf linke Projekte – Dienstag, 19 Uhr!

++++WEITERLEITEN+++++VERÖFFENTLICHEN+++++HINKOMMEN!+++++

In der vergangenen Nacht (26. auf den 27.6.2011) kam es berlinweit zu
Brandanschlägen von Neonazis. Betroffen sind der Red Stuff, das Tommy
Weißbecker Haus, das Bandito Rosso, das Tuntenhaus und das
„Anton-Schmaus Haus“/Falkenheim. Es ist davon auszugehen, dass die
Täter aus dem NW-Berlin und dessen Umfeld stammen. Am vergangenen
Wochenende hat der NW-Berlin dazu aufgerufen linke Locations anzugreifen.

Morgen Abend wird es eine Demo zum Tommy-Haus geben. Kommt alle!
Route: Heinrichplatz – Oranienstraße – Adalbertstraße – Skalitzer
Straße – Gitschiner Straße – Hallesches Ufer – Wilhelmstraße -
Thommy-Weißbecker-Haus
Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren!

DIENSTAG | 28. JUNI | 19 UHR | HEINRICHPLATZ (zum Thommy Haus)
Achtet auf Ankündigungen auf antifa.de und veröffentlicht den Termin
auf euren Seiten!
++++WEITERLEITEN+++++VERÖFFENTLICHEN+++++HINKOMMEN!+++++

weitere Berichte:
indymedia, antifa.de

Rassistischer Mord in Leipzig?

Auch wenn diese Homepage primär für Infos rund ums Rote Café dienen soll, halten wir es aus leider aktuellem Anlass für wichtig, erneut auf einen Fall Rechter Gewalt hinzuweisen:
Es scheint, als falle die Saat der von den Salon-Rassisten Sarrazin, Seehofer & Co. geschürten Kampagne gegen Migrant_innen aus „kulturfremden Kreisen“ schneller als befürchtet auf furchtbaren Boden: In der Nacht zum Sonntag, dem 24. Oktober wurde in der Leipziger Innenstadt der aus dem Irak stammende 19jährige Kamal K. von zwei Männern durch Messerstiche schwer verletzt und erlag kurz darauf seinen Verletzungen. indy, Leipziger Volkszeitung, npd-blog.info
Die beiden mutmaßlichen Täter stehen laut Bericht der Aachener Nachrichten der rechtsextremen Szene nahe, einer der beiden Tatverdächtigen, der 28jährige Daniel K. ist nach Erkenntnissen von Blick nach Rechts seit Jahren in der rechten Szene aktiv (u.a. bei der Kameradschaft Aachener Land). Bei seiner Festnahme trug einer der beiden Tatverdächtigen einen Pullover mit der Aufschrift „Kick off Antifascism!“ (Photo, leider von Bild.de), womit sich Unklarheiten zur rechtsextremen Einstellung der Tatverdächtigen erübrigen sollten.
Widerlich auch, wie der um Verharmlosung bemühte MDR-Reporter, unfähig jeglicher Pietät, direkt am Tatort von dem Mord als Ergebnis eines Streits alkoholisierter Personen, die „einen zuviel in der Krone sitzen hatten“ schwafelt: mdr.de

Ob die offenkundig rassistische Gesinnung der Tatverdächtigen ausschlaggebend für den Mord war, wird zu beweisen sein, wenngleich die vorliegenden Fakten eine deutliche Sprache sprechen. Leider lassen bekanntermaßen Polizei und Staatsanwaltschaft um des lieben Friedens willen rechtsextreme Tatmotive auch mal gerne unter den Tisch fallen. Sollten sich die Hinweise auf ein rassistisches Tatmotiv erhärten, wäre Kamal K. das sechste Todesopfer Rechter Gewalt in Leipzig seit 1990.

Das Problem sind jedoch nicht nur Nazi-Morde an Migrant_innen, Obdachlosen und politischen Gegner_innen, sondern auch das alltägliche gesellschaftliche Klima von Ausgrenzung und Stigmatisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen, welches Nazis zu ihren Taten ermuntert. Hinzu kommt das bewusste Schüren von Ressentiments gegen sozial benachteiligte und von Armut betroffene Menschen, denen ihre mißliche Situation auch noch zum Vorwurf gemacht wird (Stichwort ’spätrömische Dekadenz‘, ‚Minderleister‘, Migrant_innen, die vermeintlich ‚keine produktive Funktion‘ erfüllen), das Befeuern von plumpen Überfremdungsängsten und latent vorhandenen Rassismen durch Gestalten wie Sarrazin und seine willfährigen Claqueure in den allzeit verlässlichen Multiplikationsorganen Springer, Spiegel & Co., was bei einem von Abstiegsängsten geplagten Bürgertum offensichtlich auf allzu fruchtbaren Boden fällt und Sarrazin einen Verkaufsrekord seines reißerischen Machwerks beschert.
Gilt es doch aus Elitensicht, gesellschaftsübergreifende Solidarität und das Erkennen gemeinsamer Interessen von Lohnabhängigen wie Marginalisierten, gleich welcher Herkunft, gegenüber den Krisenverwaltern des Kapitalismus um jeden Preis zu verhindern.
Wie sangen Anarchist Academy anno ’94: „Das Kapital ist die Flamme, der Faschismus das Benzin!“

Stellungnahme des Initiativkreises Antirassismus Leipzig

Rainer Trampert in der jungle world nr.46: Sloterdijk und der Sozialneid von oben
Gremliza über die Thesen Thilo Sarrazins in konkret 11/09: Der real existierende Asozialismus

Cumbawamba: Enough is enough – Open your eyes, time to wake up!

Kommt zur Demo am 2. November, 19h, Kottbusser Tor!

Brandanschlag auf linken Infoladen in Kreuzberg

Viele werden es bereits mitbekommen haben: In der Nacht zum 27. Oktober verübten mutmaßlich Nazis einen Brandanschlag auf den bekannten linken Szene-Infoladen M99 in Kreuzberg SO36. Nur dank sofortigen Eingreifens der Nachbar_innen konnte verhindert werden, dass das Feuer in die darüberliegenden Wohnungen übergriff. Photo In der gleichen Nacht wurden Nazi-Parolen auf den linken Klamottenladen Red Stuff eine Ecke weiter sowie an Häuserwände in der Reuterstraße/ Neukölln gesprüht. antifa.de, taz, tagesspiegel Diese Vorfälle reihen sich ein in eine Kette ähnlicher Nazi-Angriffe auf linke Räumlichkeiten in den vergangenen Monaten in Neukölln, Kreuzberg und Friedrichshain indy, indy2 Hinzu kommt die alltägliche rassistische, xenophobe Gewalt gegenüber Menschen, die nicht in das Raster von Nazis passen. Dem gilt es offensiv und kollektiv antifaschistischen Widerstand und praktische Solidarität mit den Betroffenen entgegenzusetzen! (der von der Hüfte abwärts gelähmte Betreiber des M99 freut sich sicherlich über Helfer_innen und andere Gesten der Solidarität)

Aus diesem Grund möchten wir auf folgende Termine aufmerksam machen:

29. Oktober 17:30 Uhr Rathaus Neukölln: Kundgebung des Berliner Bündnisses Rechtspopulismus stoppen! gegen die Gründung eines Kreisverbandes der rechten „Pro Deutschland“-Bewegung

2. November Kottbusser Tor/Kreuzberg, 19.00 Uhr: Demo gegen Nazi-Gewalt und polizeiliche Repression gegenüber linken Strukturen. mehr dazu hier

11. – 20. November: Siempre Antifascista Aktionstage und Festival

13. November ‚Langer Tag gegen Nazis‘ der Neuköllner Initiative Kein Ort für Nazis!

12. – 14 . November Siempre Antifascista Konferenz im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalderstr. 4 mit internationalen Referent_innen zu neonazistischen Strukturen hierzulande und international und Perspektiven antifaschistischen Widerstandes

20. November Silvio-Meier-Demo zum Gedenken an den Berliner Hausbesetzer und Antifaschisten Silvio Meier, der vor 18 Jahren am 21. November 1992 von Neonazis in Friedrichshain ermordet wurde.
20. November 2010 | 15 Uhr | U-Bhf. Samariter Str.
Mahnwache: 21. November 2010 | 15 Uhr | U-Bhf. Samariter Str.

Keinen Fußbreit dem Faschismus!